Oktober 14, 2008

Es herbstelt

So langsam beginnt er hier, der Herbst.

Die Tage werden kürzer (wobei das kaum einen Unterschied macht, hier wurde es auch zur Sommersonnenwende schon vor 10 Uhr dunkel), das Wetter wechselt nun stets zwischen bewölkt und Regen… wobei, gestern hatte ich das Glück, morgens im güldenen Schein der Sonne zur Uni zu laufen. Es war so wunderschön hersbtlich, das Licht fiel Gelb in die Bäume und alles bekam diesen Hauch von Gold den es so eigentlich nur im Herbst gibt.

Es duftet jetzt jeden Tag nach allerlei wunderlichen Sträuchern und Bäumen, die Zweige hängen schwer unter dem Gewicht von Pfirsichen und Kaki-Früchten in den Gärten der Häuser auf dem Weg zum Bahnhof.
Außerdem riecht es bei jedem Wolkenguss herrlich nach Regen und an den Feldern riecht es bei Sonne nach trockenem Gras.

Die „alten Weiber“ spinnen ihre Behausungen in den Gebüschen und fangen darin alles mögliche Getier, die kleineren Männchen sitzen nebenher und bestaunen das Spektakel wenn Muttern das Essen einwickelt.

Und seit gestern steht über alle dem nachts die gleißende Scheibe des vollen Mondes und hält Wache.

So, und zum Abschluss schauen wir doch mal, was der gute alte Wilhelm Busch zum Herbste schrieb:

Im Im Herbst

Der schöne Sommer ging von hinnen,
Der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
So manches feine Festgewand.

Sie weben zu des Tages Feier
Mit kunstgeübtem Hinterbein
Ganz allerliebste Elfenschleier
Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Ja, tausend Silberfäden geben
Dem Winde sie zum leichten Spiel,
Sie ziehen sanft dahin und schweben
Ans unbewußt bestimmte Ziel.

Sie ziehen in das Wunderländchen,
Wo Liebe scheu im Anbeginn,
Und leis verknüpft ein zartes Bändchen
Den Schäfer mit der Schäferin.

Oktober 7, 2008

Yen-Explosion

Soeben habe ich mal wieder einen meiner Lieblingsblogs gelesen (Tabibito) und war arg überrascht.

Der Yen ist in den letzten Wochen (möchte fast sagen Tagen) quasi explodiert!
Eine kurze Überprüfung auf der Seite des deutschen Bankenverbandes ergab einen Wechselkurs von theoretisch

1,00 € = 140,780 ¥

Das ist ein enormer Unterschied zu den ursprünglichen ca. 160 ¥ die ich damals noch bekommen habe. Momentan finde ich das sehr gut, da ich hier nicht mehr auf das Geld von meinem deutschen Konto angewiesen bin, für alle Daheimgebliebenen bedeutet dies allerdings, dass es zumindest im Moment sehr wenig Sinn macht hier Elektronik oder andere sonst eher billige Waren zu ordern, da dies einfach zu teuer ist.

September 29, 2008

Nimm mich jetzt auch wenn ich stinke… (Die Doofen)

Oh man… ich hasse es wenn sowas passiert.

Kennt ihr das? Ihr wascht Wäsche, trocknet sie, zieht sie an und nach ein paar Minuten tragen oder wenn sie nass wird, dann müffelt sie komisch?

Ich hatte das Pech, dass ich in Deutschland eine Jeans gewaschen habe, die dann im Keller zum trocknen hing und dort ne Ewigkeit gebraucht hat. Jetzt mieft sie immer wenn ich sie trage… habe gerade eine Dekade damit verbracht eine Lösung dafür zu finden.
Da man in Japan Wäsche nicht heiß waschen kann, werde ich wohl mal schauen, ob ich irgendwo Natron oder Essig bekomme und das mal mit in die Wäsche geben. Das soll angeblich helfen. Außerdem lasse ich in Zukunft den Weichspüler weg… das ist eh was für Pussys! Arrrgh!

Nachtrag:

So, Problem gelöst, habe mir Weißweinessig gekauft und den zur Wäsche (ohne Weichspüler) gegeben. Jetzt duftet alles wieder Blütenfrisch und ich kann ohne zu müffeln durch die Welt gehen.

September 29, 2008

Trimm Dich Baby

So, heute war ich das erste Mal seit laaaaanger laaaaaaaaanger Zeit wieder mal im Gym und hab was gegen das fortschreitende Anwachsen meines Umfanges getan.

Eine Stunde auf dem Ergometer mit Fat-Burn-Programm und ein paar Hantelübungen, danach geht man viel fitter in den Unterricht.

Künftig mache ich das jetzt drei Mal die Woche. Dazu kommt, dass ich ab morgen endlich mal zum Katori-Training in Kawasaki gehen werde und eine Schwimmhalle werd ich mir hier auch noch suchen.

Na dann… auf die Plätze… fertig…

September 28, 2008

Kakikakakakakakakalaaaake

So, wie versprochen die Fotos von meinem Hausgast. :)

September 28, 2008

It’s gettin’ cold in here; so put on all ya’ cloths

(zu deutsch)
mir wirds zu kalt hier drin; ich zieh die Socken an (sinngemäß)

Tjaja, der japanische Sommer neigt sich gefährlich gen Ende und die Nächte werden ziemlich frisch. So frisch, dass es schon besser ist mit Jacke unterwegs zu sein und auch frisch genug, damit im Mädchenwohnheim ne hübsche Grippewelle grassiert. Ich hoffe mal, dass meine zwei Erkältungen in den letzten 5 Wochen mein Immunsystem ein wenig darauf eingestimmt haben, damit ich jetzt möglicher Weise mal verschont bleibe.

Leider riecht es nur noch nicht wirklich nach Herbst und auch nicht nach Winter… eher so eine Art zwischenjahreszeitlicher Geruch der mich heute stark an den Tag meiner Ankunft erinnert hat. Ich freue mich irgendwie schon auf den Herbst. Endlich kein sinnloses Schwitzen mehr, abends im Zimmer schon dick einpacken und warme Schokolade oder wahlweise auch Tee trinken, was mich daran erinnert, dass ich mir ja noch nen Wasserkocher holen wollte. Eine wunderschöne Teekanne habe ich bereits.

September 24, 2008

Zu früh gefreut…

Oder: Wie mein Wohnheim mich mal am Arsch lecken kann

Na toll, da hab ich mich im letzten Eintrag so über die Ruhe hier in meinem neuen Zimmer gefreut und jetzt werd ich doch tatsächlich aus dem Schlaf gerissen, weil die auf die unheimlich intellente Idee kommen, da draußen an der Fassade mit der Hilti rumzumeißeln… was soll denn sowas? Erst dachte ich: Nagut, der olle Hausmeister will vielleicht n paar Bilder an die Wand hängen…
Als das Gebohre dann nach einer Stunde aber immer noch nicht aufhörte, bin ich mal gucken gegangen was da so los ist und musste feststellen, dass um die Hinterseite vom Wohnheim neuerdings ein Gerüst steht und dass ein paar Handwerker fleißig dabei sind auf dem Dach rumzukaspern. Können die das nicht machen wenn ich in der Uni bin?

Dummer Weise musste ich heute ja auch unbedingt wieder die Duschzeit verschlafen, weshalb ich nun noch ein paar Minuten auszuharren habe, bis ich mich endlich auf die Socken machen kann… scheiß Wohnheim. Ich verstehe ja, dass sie die Duschen sauber machen müssen, aber warum 2 1/2 Stunden lang??? So groß ist das Bad nun auch nicht.

Egal, ich bin mal gespannt, wie lange der Krach hier jetzt so dauern wird.

PS: Ja, ich weiß hier stehen noch ein paar Beiträge aus… ich bin im Moment einfach zu beschäftigt (soll heißen zu faul) um all meine Fotos durchzugehen und mich nochmal an jede Kleinigkeit zu erinnern, aber es kommt bestimmt… ihr müsst nur abwarten! Darüber hinaus habe ich meine Hiroshima- und Osaka-Fotos bei meinen Eltern zu Hause liegen lassen. :(

September 22, 2008

I’m back!

So, wieder zurück im Heim… klingt schlimmer als es ist. Immerhin konnte ich nun endlich mein Zimmer wechseln. Der arme uzbekische Student der quasi aus dem Koffer in seinem Zimmer leben musste bis ich wieder hier war um sein Zimmer zu beziehen muss sich nun mit dem Verkehr vor seinem neuen, also meinem alten Zimmer arrangieren… naja, er wirds überleben, ein Semester ist ja schnell um. :D

Mein neues Zimmer zeigt nun zur Rückseite raus und ist super ruhig. Abends hör ich ein paar Zikaden und der Verkehr dringt nur noch wie ein Flüstern bis hierhin vor. Der Regen plätschert auf das Dach des Essensraumes vor meinem Fenster und alles ist irgendwie so schön idyllisch.

Bis auf gestern Abend, wo ich kurzen Besuch von einer riesigen Kakerlake hatte (Fotos folgen). Hab sie eingefangen und draußen durchs Flurfenster wieder ausgesetzt… Artie, der österreichische Student der vorher hier gewohnt hat, erzählte mir schon davon, dass er ebenfalls mal eine hier hatte, vielleicht ist das sone Art Begrüßungskommando, auf weitere Events dieser Art kann ich dann aber doch gut und gerne verzichten… wirklich toll find ich die Biester nämlich nicht. :(

Egal, dafür schlaf ich nun also gut und das soll mir reichen. :)

August 14, 2008

„The wild wild West“

So, nun bin ich also endlich wieder in Ost-Japan… im Kantô… in Tokio… in Chôfu… im Wohnheim… zu Hause (mehr oder weniger).

Mein Tripp durch Japans Westen war anstrengend… schön, aber anstrengend. Nun sitze ich wieder in meinem 10 qm-Zimmer und versuche meine Gedanken zu ordnen und aufzuschreiben, was ich erlebt habe. Nicht ganz einfach, denn entgegen meines Vorsatzes habe ich kein Reise-Tagebuch gehalten… aber ich denke anhand der nunmehr etwa 1200 Fotos kann ich mich langsam aber sicher durch die Tage hangeln und berichten was mir so widerfahren ist.

Im Folgenden werde ich daher chronologisch meine Erfahrungen schildern und wenn möglich mit Fotos untermauern. Seit geduldig, das kann nun eine Weile dauern, aber ich will versuchen mich so oft wie möglich dran zu setzen. Vor allem was die Fotos angeht, kann ich bei der schieren Masse natürlich leider nur eine Auswahl präsentieren und auch die will erst einmal getroffen werden.

So dann,
gentlemen, start your engines!

Juli 26, 2008

Alles hat ein Ende nur die Wurst…

Soooo… nach nunmehr 3 1/2 Monaten ist das erste Semester an der Hôsei genauso schnell verstrichen, wie es sich anhört. Meine Güte, das ging SO schnell!

Die kurze Prüfungsphase (9 Klausuren/Tests/Take-Home-Exams in weniger als 2 Wochen) war mäßig bis mittelmäßig stressig, die Ergebnisse müssten dann in den nächsten Tagen bekannt werden.

Was mich im Moment viel mehr beschäftigt ist, dass Ronja heute morgen zurück nach Deutschland geflogen ist. 10 Monate (!!!) kommen mir im Nachhinein vor wie 10 Minuten und wenn ich überlege, dass ich nur noch 7 Monate in Japan sein werde, dann frag ich mich, wie schnell die wohl umgehen werden, gibt es doch noch so viel zu tun, zu entdecken, zu lernen. Meine ersten 3 Monate sind auf jeden Fall vergangen wie im Flug. Schau ich mir an, was in den nächsten Wochen ehe ich zum Urlaub nach Deutschland zurückfliege noch auf mich zukommt, weiß ich jetzt schon, dass auch der August ein sehr kurzer Monat werden wird.
Hiroshima, Kioto, Nara, dann nach Sado mit dem Zirkel und ne Woche später schon nach Hause… aber was solls, ich bin nicht der Typ der zu weit in die Zukunft guckt, was mich den Blick wieder aufs hier und jetzt richten lässt und das bedeutet für mich „schlafen gehen“!

Gute Nacht Berlin, gute Nacht Schatz!